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Bonnie und Clyde (1967)
Originaltitel: Bonnie and Clyde
Regie: Arthur Penn
Laufzeit: 111 Minuten
FSK-Freigabe: ab 16 Jahren
Starttermin D: 19.12.1967
Starttermin US: 13.08.1967
Budget: 2.500.000 $
Produktionsländer: USA
Genre: Drama, Komödie/Romanze
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BONNIE UND CLYDE
 
IM DICKICHT DES VERBRECHENS
 
von DIETMAR KESTEN, GELSENKIRCHEN, 11. OKTOBER 2005.
 
Bonnie und Clyde dürfte das erste Gangsterpaar gewesen sein, dass im amerikanischen Südwesten der 20er Jahre für Aufsehen sorgte. Die Geschichte eines Traums von Freiheit, Reichtum, einem sorgenfreien Leben und grenzenlosem rebellischen Lebensgefühl wird tragisch enden.
 
Die Ereignisse, um die sich herum Gerüchte, Halbwahrheiten und Lügen rankten, wurden 1967 von Arthur PENN („Little Big Man“, 1969, „Alice’s Restaurant“, 1969, „Duell am Missouri“, 1975, „Target“, 1985) verfilmt. „Bonnie und Clyde“ (Faye DUNAWAY/Warren BEATTY) waren Provinzler, die sich nicht an Recht und Ordnung, Autorität und staatliches Demokratieverständnis hielten. Ihr Weg war der der Gewalt und des Terrors. Vermutlich wurden sie deswegen auch zu ‚Volkshelden’, oder zu diesen verklärt.
 
Doch anders als die traditionellen Rächer und Moralisten, waren sie Außenseiter, die sich dem Gefühl hingaben, etwas ganz anderes zu sein. So schufen sie ihren eigenen Mythos, an dem sie schon zu ihren Lebzeiten selbst strickten. Die ‚guten Gangster’ gibt es nicht. Weder im Film noch in der Realität. Immer geht es um Raub Mord und Macht. „Bonnie und Clyde“ führten einen aussichtslosen Kampf, der im Kugelhagel der Bundespolizei endete.

Arthur PENN beschreibt eine Außenseiter - Ballade, die durchaus ein Zerrbild amerikanischen Bewusstseins der 60er Jahre sein mag. Sein bitterböser Sarkasmus reicht aber nicht aus, um dem Film entscheidende Wendungen geben zu können  und zu einer kritischen Revision anzusetzen. Die Entzauberung der beiden hätte sich auch eher in der Entlarvung des Amerikas dieser Zeit niederschlagen müssen.
 
So bleibt der Film einfach an vielen Stellen platt. Die Figuren besitzen keinen Schlüssel zu ihrer eigenen Lebenslüge, dass sie auch heillose Versager und  Verlierer sind. Am Ende der 60er Jahre gab es nicht mehr viel zu erzählen. Dem Publikum wurden alle paar Monate neue Leitbilder verkauft. Dort, wo früher die Ideologien blühten, sprießten die Attitüden, Gesprächs- und Selbsthilfegruppen wurden gegründet, der Protest und die Demonstration als Allheilmittel angesehen.
 
Doch diese Bedürfnisanstalten des Zeitgeistes waren schnell vergessen. Diese Befindlichkeiten hatte man wie Wasser abgeschlagen. Und über den Wirrwarr der Gefühle stülpte sich das Lallen der Betroffenheit. In Wahrheit war alles gleich geblieben. „Bonnie und Clyde“ wollten in einem neuen Entwurf leben. Doch dieser scheiterte nicht nur an ihren eigenen Unzulänglichkeiten, sondern auch an der staatlichen Regression, der sich nichts entgegenzusetzen hatten.
 
Fazit:
 
Wir, die wir  damals ins Kino gegangen waren, fanden den Film toll. Nach mehr als 35 Jahren muss man sich eingestehen, dass er doch nur eine Geschichte von Feigheit, Flucht und Schuld gewesen war, stockend und monoton, voller Auslassungen und Gedankenstriche. Erlösung gab es nicht. Aber trotzdem war er irgendwo Aufbruch.
 
 
 
 
 

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